Fachbericht9/3/2019

Das deutsche Kapitalmarktmagazin „Going Public“ veröffentlichte im September 2019 ihr Special „Geschäftsberichte & Trends 2019/20“ und positionierte MDD mit ihrem Wissen zu digitalem Reporting. Lesen Sie den gesamte Fachartikel hier.

One Flow

Die Zukunft des Reportings ist digital

Es bewegt sich etwas in der Welt des Reportings. Die Digitalisierung macht’s möglich, lässt uns neu denken – über das, was wir schon immer tun, und darüber, wie wir es optimieren können. Die Unternehmens- und Finanzberichte der Zukunft werden automatisiert erstellt, lassen sich auf Knopfdruck auswerten, sind multichannelfähig und nehmen heute bereits vorweg, was ab 2020 als europäischer Standard gefordert wird. Gibt’s nicht? Doch. Von Armin Galliker und Sabine Prodan

Bei der Erstellung von Reportings trifft man auf zahlreiche Pain Points. Schaut man genau hin, sind diese nicht nur allen bekannt, sondern sie wiederholen sich auch bei jeder Erstellung. Die Unternehmens- oder Finanzberichte werden zuerst gut geplant, Unternehmensdaten und Ergebnisse anhand von ExcelListen möglichst fehlerfrei erfasst, verglichen und ausgewertet. Eine echte Fleißarbeit. Plötzlich ergibt sich eine Änderung. Daten müssen korrigiert werden – in verschiedenen Kapiteln und in unterschiedlichen Ausgabeformaten des Reports. Spätestens jetzt bilden sich die ersten Schweißperlen auf der Stirn der Akteure. Echte Handarbeit – bisher.

Wachsende Aufgaben bei gleichbleibenden Ressourcen

Vom 80-Seiter zum mehrere Hundert Seiten umfassenden Report: Die Berichte werden von Jahr zu Jahr umfassender. Regulatoren fordern mehr Transparenz und neue Formate; neue Berichte gesellen sich hinzu. Die Herausforderungen wachsen. Die personellen Ressourcen bleiben, wie sie sind.

Digitalisierung als durchgängiger Prozess

Viele Unternehmen haben bereits Teile ihrer Geschäftsprozesse digitalisiert. Jetzt ist der Zeitpunkt da, auch im Reporting digital durchzustarten.

One single source of truth

Ein einfaches Beispiel, welches die Vorteile digitaler Reportings veranschaulicht. Ändert sich ein Wert, wird dieser in allen Kapiteln und Sprachen sowie in allen Ausgabeformaten übernommen. Quelle: MDD

"XBRL wird die Art und Weise, wie Menschen mit Finanzdaten in Unternehmen und Regierungsorganisationen arbeiten, radikal verändern."

iXBRL-Einführung als Sprungbrett nutzen

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) fordert iXBRL im Rahmen der Einführung des neuen digitalen Reportingformats ESEF (European Single Electronic Format) ab 2020. Bei iXBRL handelt es sich um ein maschinenlesbares Dateiformat, das die Analyse und Interpretation der Finanzdaten ermöglicht. Richtig implementiert, wird iXBRL auch den internen Reportingprozess maßgeblich optimieren. Entscheidend dafür ist der Einsatz einer Reportingplattform mit einer „single source of truth“ für alle Ausgabeformate. Die Zuordnung der XBRL-Tags sollte beim Einlesen der Finanzdaten auf die Plattform oder schon früher im Prozess erfolgen. Dadurch werden diese Daten bei zukünftigen Berichtsperioden automatisch aktualisiert, korrekt übernommen und in Tabellen wie auch Texten gelesen. Das geforderte XBRL-Filing für die Einreichung beim Regulator ist jederzeit auf Knopfdruck in der Reportingplattform verfügbar.

Einmal aufsetzen, mindestens 50% Zeit sparen

Setzt man auf den oben beschriebenen durchgängigen Prozess, ist dies das eigentliche Sprungbrett in einen effizienten Erstellungsprozess. Durch die automatische Aktualisierung im Reporting lassen sich künftig in der gesamten Reporterstellung mindestens 50% Zeit sparen. Auch wenn XBRL im Moment von vielen Unternehmen noch als Hürde wahrgenommen wird, hat das maschinenlesbare Ausgabeformat das Potenzial, in Zukunft neue Trends zu setzen – für mehr Automatisierung, Sicherheit und Transparenz im Reportingprozess. Eine Chance, die jedes Unternehmen für sich nutzen sollte. Digitales Reporting ist keine Zukunftsvision, sondern ein zeitgemäßer Erstellungsprozess für Unternehmens- und Finanzberichte. MDD hat bereits zahlreiche Global Player und Local Heroes auf dem Weg zur Digitalisierung ihrer Reportingprozesse begleitet.

Der digitale Reportingprozess

Einmal an Bord, entfallen repetitive Arbeitsschritte - und die Erstellung von Unternehmensberichten erfolgt digital, um die Zusammenarbeit interdisziplinärer Teams zu vereinfachen. Quelle: MDD

Die Vorteile digitalen Reportings

Mehr Sicherheit. Eine Quelle für alle Ausgabekanäle: So werden Fehler vermieden, die bisher infolge der manuellen Übernahme von Daten oder durch Medienbrüche entstanden. Multichannel. Ob Online, Print oder XBRL – der digitale Reportingprozess stellt sicher, dass alle Daten in jedem Ausgabemedium aktuell sind. Zukunftsfähig. Digitale Reportingplattformen werden kontinuierlich weiterentwickelt und ermöglichen maximale Flexibilität sowie Effizienz bei der Erstellung von Unternehmens- und Finanzberichten. Fokus. Das zeitfressende, repetitive Abgleichen von Daten entfällt. Der gesamte Workflow lässt sich konzentriert gestalten. Es bleibt mehr Zeit fürs Wesentliche.

"Digitales Reporting macht Investoren zu Partnern."

Mehr Transparenz und Chancen durch auffindbare Reportings

Selbst wenn der Geschäftsbericht im PDFbzw. HTML-Format vorliegt, sind die enthaltenen Informationen nur bedingt maschinenlesbar und damit auch nicht auswertbar. Das heißt auch: Die Daten werden nicht von Suchmaschinen gefunden. Während der Trend eindeutig zu mehr Transparenz geht, werden analoge und nicht-maschinenlesbare Berichte als unzeitgemäß wahrgenommen. Infolge der zunehmenden Verbreitung von XBRL wird in Zukunft auch die Nachfrage nach weiteren maschinenlesbaren Daten wachsen. Der nächste Schritt zu neuen Analysetools ist bereits vorbereitet. Diese Neuerungen brauchen standardisierte Daten, die besser auffindbar sind sowie per Knopfdruck verglichen, analysiert und interpretiert werden können. Die zukünftig optimierte Verfügbarkeit der Informationen erfüllt nicht nur regulativen Anforderungen, sie bietet auch institutionellen und Kleininvestoren mehr Transparenz und neue Chancen.

Zu den Autoren

Armin Galliker ist Geschäftsführer und Inhaber der MDD und hat das Konzept sowie die technische Plattform für die Erstellung des digitalen Reportings entwickelt. Sabine Prodan ist als Head of Business Development bei MDD und Co-Präsidentin von XBRL Schweiz Expertin für XBRL und digitales Reporting.

Lesen Sie die ganze Ausgabe im E-Magazin von GoingPublic.