Fachbericht5/22/2017

Swisscom - Der Reportingprozess im Zeitalter der Digitalisierung

Dig­i­tal­isierung ist Teil der Unternehmens-DNA des führen­den Schweiz­er Telekom­mu­nika­tion­san­bi­eters Swiss­com – auch im Report­ing. Swiss­com opti­miert mit­tels dig­i­taler Inno­va­tio­nen nicht nur Kun­den­er­leb­nisse, son­dern will auch im Report­ing intern Prozesse effizien­ter und sicher­er gestal­ten, extern die Berichter­stat­tung noch stärk­er auf die Bedürfnisse der ver­schiede­nen Stake­hold­er anpassen. Kristin Köh­ler im Inter­view mit Ste­fan Nünlist.

Sie pub­lizieren heute den Geschäfts- und Nach­haltigkeits-bericht gle­ichzeit­ig. Wür­den Sie von einem Inte­grat­ed-Report­ing-Prozess by Swiss­com sprechen?

Sagen wir es so: Der Prozess für die Erstel­lung der ver­schiede­nen Ele­mente der Unternehmens­berichter­stat­tung ist inte­gri­ert. Das heisst, wir haben diesel­ben Zeit­pläne, Erstel­lungs-, Clear­ing- und Freiga­be­prozesse, ein gemein­sames Pro­jek­t­team und arbeit­en eng abges­timmt mit densel­ben Botschaften, Grund­la­gen­doku­menten, Word­ings usw. Eine zeit­gle­iche Pub­lika­tion des Geschäfts­berichts und des Nach­haltigkeits­berichts im Rah­men der Jahresab­schlusskom­mu­nika­tion scheint uns denn auch wichtig – ganz im Sinne ein­er inte­gri­erten, auf die Infor­ma­tions­bedürfnisse der ver­schiede­nen Anspruchs­grup­pen aus­gerichteten Berichter­stat­tung. Wir wer­den aber auch in Zukun­ft einen sep­a­rat­en Nach­haltigkeits­bericht erstellen. Denn der Geschäfts­bericht ist primär auf Inve­storen aus­gerichtet, während sich der Nach­haltigkeits­bericht an ver­schiedene Stake­hold­er-Grup­pen richtet. Bei der Aus­gestal­tung des Lage­berichts wiederum haben wir uns an ver­schiedene Prinzip­i­en und Inhalt­se­le­mente des Inter­na­tion­al Inte­grat­ed Report­ing Frame­work angelehnt. Wir wer­den diesen und andere Teile des Geschäfts­berichts im laufend­en Jahr über­ar­beit­en. Dies mit dem Ziel, den Bericht zu kürzen und die Rel­e­vanz für die Leser weit­er zu steigern. Dabei wer­den wir wo sin­nvoll auch die Grund­sätze des Inte­grat­ed Report­ing Frame­work beachten.

Inwiefern hat sich der Report­ing-Prozess in den let­zten Jahren bei Swiss­com verän­dert? Welche Rolle spielt dabei Digitalisierung?

Wir haben den Prozess für den Onlinebericht sukzes­sive vere­in­facht und wo immer möglich automa­tisiert. Der Prozess läuft nun seit drei Jahren rel­a­tiv sta­bil. Vorher waren die ein­heitliche Tak­t­ge­bung und Har­mon­isierung nicht gegeben. In der aktuellen Berichter­stat­tung hat­ten wir nun erst­mals eine vere­in­heitlichte Tax­onomie und eine zen­trale Daten­bank der wichtig­sten KPIs und Zahlen. Damit kön­nen wir sich­er­stellen, dass sämtliche Anpas­sun­gen in allen ver­link­ten Doku­menten automa­tisch über­nom­men wer­den und kein­er müh­samen manuellen Anpas­sung mehr bedürfen.

Was ist der Vorteil ein­er Dig­i­tal­isierung des Reporting-Prozesses?

Die Dig­i­tal­isierung bringt im Wesentlichen drei Vorteile: Vere­in­fachung, Geschwindigkeit, weniger Fehler. Und sie erlaubt es uns, genauer zu analysieren, welche Online-Inhalte beispiel­sweise inter­essieren, und daraus Rückschlüsse für die näch­ste Berichter­stat­tung zu ziehen.

Welche neuen Her­aus­forderun­gen gehen jedoch auch von ein­er stärk­eren Dig­i­tal­isierung aus, Stich­worte big data und Cyber-Kriminalität?

Die Dig­i­tal­isierung schafft neue Angriffsvek­toren, indem immer mehr Prozesse im Inter­net stat­tfind­en und immer mehr Dinge in das World Wide Web einge­bun­den wer­den. Die IT-Secu­ri­ty ist hier gefordert, einen möglichst effizien­ten Schutz gegen alltägliche Bedro­hun­gen sich­er­stellen zu kön­nen und mit inno­v­a­tiv­en Vertei­di­gungskonzepten den gefährlich­sten Angreifern einen Schritt voraus zu sein. Bei big data ist die Her­aus­forderung, das Sekundär­pro­dukt der Dig­i­tal­isierung – näm­lich die bei den Transak­tio­nen anfal­l­en­den Dat­en – ein­er sin­nvollen Nutzung zuzuführen. Swiss­com tut dies mit den entsprechen­den Skills und in Ver­ant­wor­tung gegenüber der Gesellschaft zur Opti­mierung der eige­nen Geschäft­sprozesse, zur verbesserten Kun­de­nansprache und bei Lösun­gen für Dritte.

Sind Sie mit dem heuti­gen Prozess am Ziel? Welche Opti­mierun­gen streben Sie an, um die Prozess­ef­fizienz und -sicher­heit sowie die Qual­ität sämtlich­er Swiss­com-Pub­lika­tio­nen auch 2025 zu gewährleisten?

Kon­stante Verbesserung, man ist nie am Ziel. Der näch­ste Schritt wird es sein, die Automa­tisierung weit­er voranzutreiben: Vor allem im Inter­net­bere­ich wollen wir die Syn­ergien zwis­chen Online-Geschäfts­bericht und Cor­po­rate Web­site noch bess­er nutzen. Gle­ichzeit­ig gehen wir davon aus, dass es zu ein­er Ver­schiebung der Inhalte zugun­sten von Online kom­men wird und wir nicht mehr alles redun­dant darstellen, son­dern die Vorteile, die sich dank Cross­Me­dia bieten, noch bess­er nutzen wer­den. Zum Beispiel, indem wir bei «Swiss­com in Kürze» online aus­gewählte The­men aus dem Print­pro­dukt ver­tiefen. Natür­lich wird sich bis 2025 auch die Tech­nolo­gie weit­er­en­twick­eln und wir wer­den uns mit dem damit ver­bun­de­nen Opti­mierungspoten­zial laufend auseinandersetzen.

Stefan Nünlist

Seit Herbst 2013 ist Stefan Nünlist Chief Communications Officer der Swisscom AG und verantwortet in dieser Funktion die Öffentlichkeitsarbeit, die interne Kommunikation, Markenführung, Public Affairs und Corporate Responsibility. Zuvor leitete er die Unternehmenskommunikationsabteilungen von UBS Schweiz, der SBB AG und von 2001 bis 2010 der Swisscom AG. Der 55-jährige Fürsprecher und Notar durchlief eine Diplomatenausbildung beim Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA). Er war persönlicher Mitarbeiter der beiden freisinnigen Bundesräte Delamuraz und Couchepin im Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement sowie Kommunikationsleiter des Elektrizitätsunternehmens Aare Tessin.